Schlehdorn (Prunus spinosa)
Der Schlehdorn ist ein dicht verzweigter Strauch, der mit seinen dornigen Zweigen dichte Hecken bilden kann. Er ist eine sehr alte Frucht, die bereits in der Steinzeit bei uns in Mitteleuropa heimisch war. Der Volksmund nennt den Schlehdorn auch Schwarzdorn, Bockbeerli oder auch Sauerpflaume. Der Strauch kann eine Höhe von bis zu drei Metern erreichen und ist im Frühling mit einer Fülle von weißen kleinen Blüten bedeckt. Schlehen sind die Urform der heutigen Pflaumen und Zwetschgen. Das kann man heute noch gut erkennen, denn die Früchte ähneln der Pflaume, sowohl in der Form als auch in der Farbe. Genießbar sind die Früchte erst nach dem Frost, denn erst durch das Gefrieren wird der Zucker in der Frucht gebildet und man kann sie essen.
Im Volksglauben galt der Schlehdorn als Wohnsitz von Zwergen, Hexen und Kobolden. Um sich davor zu schützen, verbrannte man die Zweige der Pflanze und räucherte damit Haus und Stall. Wer die ersten 3 Blüten des Schlehdorns aß, musste nach einer alten Tradition das ganze Jahr über keine Angst vor Fieber haben. Es ranken sich viele Sagen um die Schlehe, an denen man die Heilkraft und die Magie erkennt, die in der Pflanze steckt.
Schlehdorn ein Strauch mit viel Heilkraft
Schon der berühmte Pfarrer Kneipp würdigte die Wirkung von Tee aus den Schlehenblüten. Er schätze seine abführende Wirkung und die stärkenden Inhaltsstoffe, die er gegen Beschwerden des Magens einsetzte. Die Beeren enthalten Flavinoide, vor allem Quercetin und Kämpferolglykoside. Weiterhin findet man in der Beere Vitamin C, Gerb- und Bitterstoffe, Pektin und Cumarinderivate. Auch die Blüten enthalten die wertvollen Flaviniode und Gerbstoffe. Durch seinen Flavongehalt wirkt der Schlehdorn harntreibend und leicht abführend. In Blutreinigungs- und Abführtees ist deshalb Schlehdorn meist auch enthalten.